2019

TAIFUN TREFFEN in der Fränkischen Schweiz
Am 28.09. und 29.09.2019 kamen einige Taifun-Enthusiasten am Flugplatz Burg Feuerstein zu einem spontanen Treffen zusammen.
 
Bei nicht optimalem Wetter sind immerhin zwei Piloten mit ihrem Motorsegler angereist. Die restlichen Teilnehmer haben das Auto bevorzugt.
Die weiteste Anreise aller hatte Ian Wells aus dem englischen Leicester.
 
Als ersten Programmpunkt gab es einen reich bebilderten Vortrag von Philipp Schildt über einen Flug nach Skandinavien im August 2019.
Obwohl die geplant Reise zum Nordkap wetterbedingt nicht zustande kam, wurde der Flug zum vollen Erfolg.
Die seenreiche Landschaft, die teilweise herrlich gelegenen Flugplätze und nicht zuletzt die freundlichen Skandinavier hinterließen viele positive Eindrücke.
Weiter ging es mit den Reiseberichten von Nicolas Neuss. Nicolas Haltergemeinschaft hat ihre Taifun im Sommer in Deutschland und im Herbst in Frankreich stationiert.
Das man auf solchen Überführungsflügen über die Jahre viel Erleben kann unterstrich er mit kurzen Anektoden und mit vielen Fotos von beeindruckenden Landschaften.
 
Anschließend gab es aufschlussreiche Tipps von Cornelia Korff welche Bereiche einer Taifun besondere Beachtung finden sollten.
Dabei hat Cornelia Korff anhand zahlreicher mitgebrachter ausgebauter Teile sehr anschaulich zeigen können, welche Folgen unsachgemäße Behandlung bzw. Unkenntnis haben können.
Die Firma Korff Luftfahrt GmbH aus Miltenberg übernimmt seit Jahren bekanntlich die Typbetreuung für die Valentin Taifun 17 E und steht jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung.
Der Samstag endete mit einen gemütlichen Abendessen im Kreis der Taifunpiloten.
Die zwei angereisten Taifuns nutzen am nächsten Morgen das gute Wetter um ihren Rückflug anzutreten. An dieser Stelle nochmals Danke an die Flugschule Feuerstein, dass wir die Unterrichtsräume 
nutzen konnten. Nächstes Jahr ist ein Treffen auf dem Flugplatz Mainbullau bei hoffentlich besseren Wetter im Zeitraum Juli/August geplant.
Cornelia Korff hat sich netterweise bereit erklärt, die Planung und Ausführung zu übernehmen. Außerdem wurde ein Flug im Verbund ins europäische Ausland angeregt.
Als eventuelles Ziel wurde, sicherlich auch auf Grund des mitreißenden Vortrags von Philipp Schildt, Schweden genannt.
Der Vorschlag traf auf großes Interesse und soll weiter verfolgt werden.

2015

Taifuntreffen in ASCHAFFENBURG (EDFC) am 23. August 2014

von Arne-Krister Turlach

Langsam wird es zur Gewissheit – Petrus scheint kein Valentin Taifun Enthusiast zu sein! Nach einem wettermäßig durchwachsenen Treffen 2013 am Flugplatz Aschaffenburg-Großostheim (EDFC) sahen die Vorhersagen für dieses Jahr erheblich günstiger aus; leider nur bis kurz vor dem 23. August 2014! Aufgrund der Wetterlage wurde das diesjährige Zusammenfinden zu einer heimeligen Familienveranstaltung.
Vier Taifunbesatzungen fanden jedoch trotz des schlechten Wetters über den Luftweg nach Aschaffenburg, eskortiert von zwei Luftsportgeräten sowie umrahmt von mehreren auf dem Landweg angereisten Kraftfahrzeugen. Aufgrund der Wetterprognosen wurde das diesjährige Treffen kurzfristig auf einen Tag begrenzt und auch das Rahmenprogramm angepasst. Nach einem ausgiebigen Brunch mit angeregten Tischgesprächen im Flughafenrestaurant „Am Flugplatz” berichtete Hans Wenzel im Anschluss eindrucksvoll über seinen Transatlantikflug mit einer Valentin Taifun 17 E mit Limbach L 2400 EB von Aschaffenburg nach Detroit in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Ausgangslage dieser ungewöhnlichen Flugzeugüberführung war der Verkauf der D-KOWO in die USA. Natürlich hätte man das Flugzeug, so wie es zu Zeiten von Valentin Flugzeugbau vielfach bei Exporten nach Übersee praktiziert wurde, in einem Seecontainer verpackt auf dem Seeweg versenden können. Eine Versendung der Taifun 17 E erschien den Protagonisten aber als nicht standesgemäß. Da Hans Wenzel schon über eine große Erfahrung als Ferryflieger verfügte, wurde die Idee geboren, den Atlantik von Ost nach West im Fluge zu bezwingen, so wie es einer Valentin Taifun eigentlich auch zusteht – ihr Einsatzgebiet ist nun einmal das Luftmeer! Nach einer gründlichen technischen Überprüfung des Flugzeuges durch den Musterbetreuer – die Firma Korff Luftfahrt GmbH in Mainbullau (www.korff-luftfahrt.de) – stand dem Vorhaben nichts mehr im Wege.

Ende Mai startete eine motivierte und gut ausgerüstete Taifunbesatzung früh morgens bei besten Überführungswetterbedingungen am Flugplatz Aschaffenburg – Großostheim in Richtung Schottland. Da das Wetter vielversprechend war, ging es nach einem kurzen Tankstop weiter in Richtung Island. Schon auf diesen Teilabschnitten konnte die Valentin Taifun mit ihrer an sich sehr guten Performance überzeugen. Grundsätzlich stellte die serienmäßig vorhandenen neunzig Liter Betriebsstoffvorrat und somit runden 1150 km Reichweite, eine Reisegeschwindigkeit von 200 km/h und vor allem das großzügige Platzangebot für Piloten, Reisegepäck sowie Rettungsgerät eine gute Grundlage für ein derartiges gewagtes Vorhaben dar. Die Nutzung eines Zusatztanks war aber, wie eine umfangreiche zusätzliche Sicherheitsausrüstung unausweichlich. Hans Wenzel betonte in seinem Vortrag, daß gerade die Vorbereitung eines derartigen Vorhabens einen entscheidenden Punkt einnimmt. Wer hier nicht sauber plant, erleidet schnell Schiffbruch. Besonders die sicherheitstechnischen Aspekte, wie Kraftstoffversorgung, lange Flüge über Meer, Navigationsunterstützung oder besondere Flugzeugvorbereitung waren für viele Zuhörer sicher Neuland. Dazu kommen noch die landesspezifischen administrativen Gegebenheiten, welche beachtet werden müssen. Der zweite Teilabschnitt führte die beiden für diesen Flug in lebensverlängernde aber unbequeme Schutzbekleidung gehüllten Piloten mit ihrer Taifun dann von Island über Grönland nach Nordkanada. Aufgrund eines sehr starken Rückenwindes von zehn bis fünfzehn Knoten konnte man die ursprüngliche Streckenplanung optimieren und somit Zeit einsparen. Begeistert war Hans Wenzel dabei auch von seinem Triebwerk der D-KOWO. Der Limbach L 2400 EB, ein 87 PS starker Vergasermotor, schnurrte auf der ganzen Reise wie ein Uhrwerk. Gerade bei den Flügen über das nordische Eismeer war dieses Geräusch äußert beruhigend, da es Sicherheit vermittelte. Der geringe Verbrauch von rund fünfzehn Litern pro Stunde verlängerte zudem noch die Reichweite. Auf dem dritten Teilabschnitt ging es von Nordkanada in die Vereinigten Staaten von Amerika. Bei der Einreise in die USA waren die Zollbeamten wohl ein wenig über die Tatsache verdutzt und begeistert zugleich, daß man den Atlantik mit einem Motorsegler bezwingen konnte. Nach der Frage „You came across the Atlantic in a glider?” wurden die Formalitäten schnell sowie unkompliziert abgewickelt und die Reise konnte ungehindert weiter geführt werden. Nach nur vier Tagen konnte dann der Motorsegler in den USA seinem neuen glücklichen Besitzer übergeben werden; auch die Zuhörer des Taifuntreffen waren nach dem sehr lebendigen und interessanten Vortrag von Hans Wenzel begeistert und anschließend gab es noch viele Fachgespräche hierzu. Kurzum, nochmals vielen Dank an Hans!

Im Anschluss konnte dann noch im kleinen Kreis mit der Musterbetreuerin Cornelia Korff gefachsimpelt werden. Neben der Klärung der allgemeinen Fragen bezüglich Wartung und Betrieb der Taifunflotte waren aber auch die bei einigen Valentinen anstehende 3000 Stundenkontrolle oder der durch die Firma Korff Luftfahrt neu zugelassene größere und leistungsstärkere Mühlbauerpropeller MTV-1-A / 165-06 in Verbindung mit dem Limbach L 2400 Flugmotor ein Thema. Trotz des familiären Umfanges war das diesjährige Treffen eine kurzweilige und gesellige Veranstaltung. Das nächste Treffen wird 2015 vermutlich jedoch etwas früher im Jahr – geplant ist dies für Mai beziehungsweise Juni – stattfinden. Dann wird man sich wieder für ein ganzes Wochenende treffen. Zudem wird ein Haupttermin und ein Ausweichtermin bei schlechtem Wetter festgelegt. Der Austragungsort steht noch nicht eindeutig fest, aber zur Zeit finden sich der Flugplatz Bad Neuenahr-Ahrweiler (EDRA) oder der Wohlfühlflughafen Kassel-Calden (EDVK) zur Disposition. Genaueres zu gegebener Zeit in einer der nächsten Luftsport Ausgaben und unter der Homepage der Korff Luftfahrt GmbH!
Abschließend bleibt zu hoffen, dass Petrus bis zum nächsten Treffen seine Meinung bezüglich der Taifunfamilie überdenken wird und für gutes Wetter sorgt!

Bis dahin alles Gute!

Text: Arne-Krister Turlach, Göttingen
Photos: Urte Turlach, Göttingen

2011

Erstes Technisches Taifuntreffen in KASSEL-CALDEN (EDVK) 24. bis 26. Juni 2011

von Arne-Krister Turlach

Bei dem sehr erfolgreichen Taifuntreffen in Koblenz 2010 wurde vielfach von den Teilnehmern der Wunsch geäußert, ein Treffen zu veranstalten, bei dem die technischen Aspekte der Valentin Taifun und deren Wartung beziehungsweise Instandhaltung im Mittelpunkt stehen sollten.
Auf Anregung von Hans Haas wurde schnell ein passender Ort gefunden: der Verkehrslandeplatz Kassel-Calden (EDVK), zentral in Deutschland gelegen. Da der Flugplatzbetreiber in EDVK der Idee eines Treffens äußerst positiv gegenüber eingestellt war, galt es in Folgezeit, das Programm des Ersten Technischen Taifuntreffens mit Leben zu füllen. Diese Aufgabe wurde Urte Fürst und Arne-Krister Turlach zu Teil – eine übrigens nicht ganz unverfängliche aber trotzdem interessante und freudebringende Aufgabe.

Gemäß des typischen Taifuntreffendreiklangs:

  • Freitag Anreise
  • Samstag Programm
  • Sonntag Abreise

ging es in die Feinplanung, wobei der Freitag als Anreisetag und der Sonntag als Abreisetag gestalterisch das kleinere Problem waren. Nachdem sich im Vorfeld siebzehn Taifun Elaborate fest angemeldet hatten, einige Taifunfreunde zudem Ihr Kommen per Kraftfahrzeug zugesagt hatten, war die einzige Unbekannte wie so oft das Wetter. Um es vorwegzunehmen, dieses Jahr war Petrus kein Taifunfreund!
Am Freitagmittag stand jedoch bereits die erste Taifun auf dem Vorfeld in EDVK – nochmals herzlichen Glückwunsch an Helmut Gross, der somit das Treffen in KASSEL-CALDEN eingeläutet hat. Am Abend kamen dann noch vier weitere Valentin Taifun dazu, so daß in kleiner geselliger Runde im Bistro der Kasseler Fallschirmspringer der Abend verbracht werden konnte.

Leider wurde das Wetter am Samstag nicht signifikant besser, jedoch flogen noch zwei weitere Valentin Taifun ein. Am Samstag standen dann somit kurzzeitig neun Taifun Motorsegler in Kassel; dazu noch die vielen Kraftfahrzeuge der „Fußgänger“ vor dem Terminal!
Gegen 10 Uhr 30 konnten wir dann – mit einiger Verspätung – nach einer kurzen Begrüßung und Einführung in den Ablauf des Treffens das umfangreiche Programm beginnen.

Der erste Programmpunkt der kleinen Vortragsreihe war dem Thema „Kassel Calden, ein neuer Flugplatz entsteht“ gewidmet. Bernd Brodkorb aus Kassel berichtete kurz über die Geschichte der Fliegerei in Kassel und vornehmlich über den Ausbau des Verkehrslandeplatzes. Hier entsteht bis 2013 ein komplett neuer Flugplatz auf der grünen Wiese, vermutlich der letzte Neubau eines Flugplatzes in dieser Form in Deutschland in den nächsten Jahren. Einen Einblick in die Planung und Verwirklichung eines derartigen Projektes zu erhalten war äußerst interessant und aufschlußreich.

Danach wurde es wissenschaftlich: Jan Schwochow aus Göttingen trug über „Flatterberechnungen an Segelflugzeugen“ vor. Die Aeroelastik untersucht die Wechselwirkung zwischen einem elastischen Körper und seiner Umströmung. Dabei haben Auslenkungen, Bewegungen, stationäre sowie instationäre Luftkräfte, Flugzustand und Steuerausschläge einen nicht zu vernachlässigen Einfluß auf die Flugzeugstruktur. Der negative Aspekt dieser Einflüsse ist das sogenannte Flattern, die ungedämpfte Schwingung eines Flugzeuges. Neben einer theoretischen Einführung in die Grundlagen, wurde darüber berichtet, wie konkrete Messungen an Flugzeugen durchgeführt werden, um im Anschluß daran eine Flatterberechnung für den jeweiligen Flugzeugtyp zu erstellen. Eine derartige Flatterrechnung wurde für den Motorsegler Taifun in den achtziger Jahren beim DLR in Göttingen durchgeführt; die Ergebnisse sind Bestandteil des Flug- und Betriebshandbuches sowie des Wartungshandbuches. So wies Jan Schwochow darauf hin, daß die Ruderrestmomente in gewissen zeitlichen Abständen – vor allem nach Reparaturen oder Lackierungen – kontrolliert werden sollten, das Anbringen von Außenlasten (Kameras oder Winglets) problematisch sein kann oder bei Flügen in großen Höhen die Abweichung des Fahrmessers mit zunehmender Höhe beachtet werden sollte. Ein Blick ins Flug- und Betriebshandbuch oder Wartungshandbuch diesbezüglich ist anzuraten, um Flattervorkommnisse zu vermeiden. Beeindruckend waren dabei auch die Filmsequenzen, die Flatterfälle aus der Praxis aufzeigten.

Was man mit der Valentin Taifun außer ausgiebigen Reise- und Segelflügen noch so alles machen kann, wurde durch Hans Haas in seinen Vortrag „Reihenluftbildaufnahmen mit der Valentin Taifun“ aufgezeigt. Neben Fotoflügen nutzt er seine E II für Reihenluftbildaufnahmen. Die Detailauflösung dieser Aufnahmen liegt bei cirka 10cm bei einer Aufnahmehöhe von 400m über Grund. Die Standardvergrößerung der einzelnen Aufnahmen beträgt ca. 25 x 35cm, so daß schon bei der Betrachtung mit bloßem Auge Details gut erkannt werden können. Der Abbildungmaßstab beträgt bei diesen Vergrößerungen annähernd 1:1000. Die Ermittlung von Strecken und Flächen ist somit leicht möglich. Mit einem entsprechenden Auswertegerät kann eine räumliche Betrachtung und Beurteilung durchgeführt werden. So können Höhen von Häusern, Bäumen, usw. bestimmt werden, was ein weites Nutzungsspektrum implementiert.

Mit Einführung der Continuing Airworthiness Management Organisation – kurz CAMO – haben sich in Betrieb und Wartung viele Neuerungen ergeben. Licht in diese dunkle Materie brachte Helmut Gross mit seinem Vortrag zum Thema: „ Wissenswertes beim Betrieb und Wartung der Valentin Taifun“. Eingegangen wurde zunächst auf die Durchführung von Wartungen und den damit verbunden Freigabebescheinigungen. Auch der neue Schwerpunkt, den Prüfunterlagen, Formulare, LTA–TM Übersichten, die Führung der Lebenslaufakte bis hin zum ARC selbst in der CAMO einnehmen, wurde beleuchtet. Helmut wies darauf hin, daß auch Bordinstrumente an sich einer regelmäßigen Prüfung unterzogen werden sollten, wie auch die Kompaßkompensierung oder eine Statikprüfung jährlich von Nöten sind. Ferner wurde die Problematik der E-10 bzw. Otto Super Plus Kraftstoffe (Stichwort Klopffestigkeit) bei den Limbach und Sauermotoren erörtert. Hierbei stand zudem die Motorenölauswahlfrage zur Diskussion. Neu für viele war die Umstellung auf 8,33 kHz-Raster anstatt der 25 kHz-Raster im Flugfunk bis 2018 bzw. die Einführung eines neuen Instandhaltungsprogramms bis 2013. Der angekündigte und von vielen Teilnehmern mit Spannung erwartete Vortrag zum Thema „Neue Instandhaltungsprogramme“ von Alexander Glauser mußte leider ausfallen, da der Referent kurzfristig verhindert war.

Ein wichtiges Thema ist die Taifunhomepage www.powerglidertaifun.de. Sie ist nicht nur Kontaktplattform der Taifungemeinde, sondern erfüllt noch weitergehende Aufgaben. Über diese berichtete Manfred Graben in seinem Vortrag „Die Taifun Homepage – Was gibt es Neues, was ist für die Zukunft geplant“ sehr ausführlich. Neben Hinweisen auf aktuelle Treffen und Ereignisse, Fotos, Reiseberichte mit lohnenswerten Reisezielen sowie Berichten aus der Taifungemeinde sollen zukünftig auch technische Aspekte stärker dargestellt werden. Zur Diskussion wurde gestellt, eine Kommission aus Vertretern der Firmen Korff + Limbach + MT und den Taifuneigentümern zu bilden, welche alle Fragen und Maßnahmen einer zukunftssicheren Ersatzteilbereitstellung sowie Wartung bespricht, festlegt und darüber informiert. Dabei wies Manfred eindringlich darauf hin, daß alle Taifunfreunde eingeladen sind, an der Homepage mitzuarbeiten, um sich über diesen Weg in die Taifungemeinschaft einzubringen. Nur so können regelmäßig neue Inhalte veröffentlicht werden, was für die Zukunft der Taifun wichtig ist!

Daß die Valentin Taifun der beste Motorsegler der Welt ist, daraus macht Henk Dumont kein Geheimnis. Über seine vielen Luftreisen innerhalb Europas haben wir auf dieser Homepage schon viel lesen können. Im Jahr 2010 führte Henk aber eine Reise durch, die ihres Gleichen sucht und über die er in seiner Präsentation „Mein Flug nach Israel“ berichtete. Dabei wurde nicht nur über den Flug an sich berichtet, sondern auch über die Vorbereitungen, die Durchführung und Nachbereitung eines derartigen Vorhabens. Wer hier nicht sauber plant, erleidet Schiffbruch. Besonders die sicherheitstechnischen Aspekte, wie Kraftstoffversorgung, lange Flüge über Meer oder Flugzeugvorbereitung waren für viele Zuhörer Neuland. Dazu kamen noch die landesspezifischen Gegebenheiten, welche beachtet werden müssen. Der Vortrag wurde zudem mit eindrucksvollen Bildern untermalt. Eine CD-ROM mit der Präsentation ist über Leo oder Henk gegen einen kleinen Unkostenbeitrag zu beziehen!

Nach den eher theoretischen Vorträgen, wurde es zum Ende dann wieder recht praktisch. Die Musterbetreuerin Cornelia Korff führte im Hangar an der D-KKGG eine „Technische Fragestunde am Flugzeug“ durch. Manfred und Urs nochmals herzlichen Dank für die Bereitstellung Ihres Flugzeuges für diesen Programmpunkt. Mit sehr viel Liebe zum Detail und dem entsprechenden Fachwissen wurden Tipps, Tricks und Probleme der Valentin Taifun 17 E beim Betrieb und der Wartung aufgezeigt. Besonders interessant war dabei Cornelias kleine Kiste mit „Verschleißteilen“ aus der Valentin Taifun. Ausgeschlagene Bolzenaufnahmen aus der Holmbrücke, gebrochene Bremshebelgestänge oder gar verschlissene Verriegelungsbolzen zeigten deutlich, daß man auch bei der robusten Konstruktion der Taifun das nötige Feingefühl beim Betrieb walten lassen sollte. Aber auch in Bezug auf die Zelle und den Motor gab es bei diesem Programmpunkt wieder viel Wissenswertes zu erfahren. Über Neuerungen sowie Modifikationen wurde ebenfalls am Flugzeug gesprochen. Dabei ist zu konstatieren, daß seitens des Musterbetreuers Korff Luftfahrt viel unternommen wird, damit unsere alten „Ladies“ auch in den nächsten Jahren lufttüchtig bleiben. Dafür einen herzlichen Dank an dieser Stelle an Cornelia und Rainer Korff!

Nach diesem breit gefächerten Vortragsangebot sollte dann – aufgrund der Informationsfluten leicht verspätet – gegen frühen Abend zum geselligen Teil des Treffens übergegangen werden. Zum Abendessen traf sich der harte Taifunfreundekern im Landgasthaus Koch in Calden. In geselliger Runde nutzten viele die Möglichkeit nochmals über die Informationen aus den Vorträgen zu diskutieren und neue Aspekte zu vertiefen. Auch hier gilt: Bilder sagen mehr als Worte!

Am Sonntagmorgen trafen sich die Teilnehmer gegen 10 Uhr zum Abschlußbriefing im Terminal des Flughafen KASSEL-CALDEN und warteten anschließend gemeinsam auf fliegbares Wetter. Gegen Mittag beschloß Petrus, doch wieder ein Taifunfreund zu sein und so konnten sich die ersten Flugzeuge in die Luft begeben um heimwärts zu fliegen. Einige nutzten die verbleibende Wartezeit, um noch etwas am Flugzeug zu fachsimpeln oder über die Vorträge am Vortag zu diskutieren.

 

Ein erfolgreiches, leider durch schlechtes Wetter geprägtes Taifuntreffen ging zu Ende. Wie meinte Manfred doch passend vor seinem Abflug: „ Es war nicht das Treffen mit dem besten Wetter, jedoch das Informativste!“.
Schließen möchte ich den Bericht mit der Danksagung an alle Vortragenden, die uns an Ihrem Fachwissen teilhaben ließen,

 

  • die Flughafen KASSEL-CALDEN GmbH für die freundliche Aufnahme und Unterstützung
  • die Fallschirmspringer Kassel für Bewirtung und Campingmöglichkeit
  • und natürlich alle Teilnehmer, die bei nicht bestem Wetter den Weg nach CALDEN gefunden haben!
  • Unser Taifunfreund Jonathan Mytnik reiste sogar aus Chile zu unserem Treffen an. Auch dafür herzlichen Dank!

Das Motto für das nächste Treffen 2012 in „Übersberg-Pfullingen“ auf der Schwäbischen Alb steht auch schon fest!

Bis dahin alles Gute!
Text: Arne-Krister
Fotos: Urte, Gunnar, Hans, Manfred

2010

Taifun Treffen 2010 in Koblenz

von Urte Fürst und Arne-Krister Turlach

Am 20. bis zum 22. August 2010 war es wieder soweit: das Taifuntreffen 2010 in Koblenz sollte stattfinden! Dazu kamen dieses Jahr insgesamt 28 Flugzeuge und viele weitere Taifunfreunde – zum Teil per Auto – auf dem Flugplatz Koblenz / Winningen (EDRK) zum zwanglosen Erfahrungsaustausch zusammen. Nachdem das vor zwei Jahren stattgefundene Treffen in Hassfurt ein großer Erfolg war, waren die Erwartungen hoch.

Dieses Jahr war die Taifungemeinde zu Gast beim Aero-Club Koblenz, dessen Flugplatz sehr malerisch auf einer Anhöhe oberhalb der Mosel liegt. Die Stadt Koblenz in unmittelbarer Nähe lud ebenfalls zum Verweilen ein. Übernachtungsmöglichkeiten im nahe gelegenen Winningen sowie die Möglichkeit von Camping direkt am Flugplatz waren gegeben, wobei anzufügen ist, dass die Infrastruktur am Flugplatz selbst als hervorragend zu bezeichnen ist.

Bereits ab Freitagnachmittag schwebte eine Taifun nach der anderen auf der Piste 24 in EDRK ein, so dass sich abends schon 17 Flugzeuge auf dem Abstellgelände aneinander reihten. Bereits dieser Anblick der Taifunarmada im Sonnenuntergang war ein Erlebnis, welches das Herz eines jeden Taifunliebhabers höher schlagen ließ.

Am Freitagabend war, nachdem die Flugzeuge zum „Schlafen abgestellt wurden“, ein zwangloser und umfangreicher Erfahrungsaustausch zwischen den bereits anwesenden Taifunpiloten beim Abendessen im Flugplatz-Restaurant angesagt.

Weitere elf Taifuns gesellten sich dann am Samstag Vormittag dank Petrus’ Segen dazu, so dass bis zum späten Vormittag die Abstellflächen am Flugplatz Koblenz / Winningen mit der typischen Silhouette der Valentin Flugzeuge gefüllt war, darunter auch Taifunpiloten, die aus der Schweiz, Schweden und Spanien eingeflogen waren. Ein Pilot war sogar aus Chile angereist.

Das locker gestaltete Programm begann zunächst mit einer Frage- und Antwort-Runde, bei der der Musterbetreuer LTB Korff im Mittelpunkt stand. Alle Eigentümer und Piloten waren aufgefordert, ihre Fragen zu stellen und ihre Probleme zu schildern.
So gab es eine rege Diskussion und viele Beiträge zu Themengebieten wie Entlüftung der Bremsen, Motor-Kühlung und der mögliche Umbau des Ölkühlers in eine tiefere Position, für den eine Technische Mitteilung in Kürze erwartet wird.

Viel Interesse gab es in der Runde zum Thema 3000-Stunden-Kontrolle, die für einige der „Oldtimer“ langsam aber stetig näher rückt. Hier gab es Informationen zu den durchzuführenden Arbeiten, Ablauf und Kosten der Kontrolle sowie Erfahrungen der Halter, die diese vorgeschriebene Überprüfung bereits absolviert haben. Ebenso gab es viele Fragen zu den Bereichen Propeller und Lärmschutz-Änderungen bedingt durch die Landeplatz-Lärmschutz-Verordnung. Rainer und Cornelia Korff als Inhaber des LTB Korff und Musterbetreuer der Valentin Taifun Flugzeuge standen kompetent und ausführlich Rede und Antwort. Insbesondere neue Eigentümer einer Taifun konnten hier vieles über ihr Flugzeug erfahren.

Im Anschluß informierte der Konstrukteur der Taifun 17 E, Herr Dipl.-Ing. Thomas Fischer, die Teilnehmer über die Anfänge des Motorseglers und die Vision von Bernd Valentin. Da in diesem Jahr einige ausländische Taifuneigner vor Ort waren, gab es den Vortrag erstmalig in Englisch.

Nach einer mittäglichen Stärkung im Flugplatz-Restaurant und weiteren interessanten Tischgesprächen war Zeit für das Nachmittagsprogramm.

Am frühen Nachmittag ging es mit dem Bus zu einer zweistündigen Bootsfahrt auf die schöne Mosel. Nach der Rückkehr konnte in zwangloser Runde weiter geplaudert werden; etliche Piloten nutzten das unverändert herrliche Sommerwetter noch zu einer kleineren oder größeren Runde mit ihrem Flugzeug.

Abends wurde dann mit tatkräftiger Unterstützung des Aero-Club Koblenz gegrillt und gefeiert. Die letzten Gäste verließen das Gelände bei milden Nachttemperaturen und sternenklarem Himmel kurz nach Mitternacht, um ihre Hotelzimmer aufzusuchen oder zogen sich ins mitgebrachte Zelt bzw. Wohnmobil zurück.

Am Sonntag wurde das Programm durch heraufziehendes schlechtes Wetter spontan gekürzt, da gerade Piloten, die Richtung Norden heimwärts wollten, den angekündigten Gewittern zuvorkommen wollten. So löste sich das Treffen nach und nach auf und die eleganten Taifun-Motorsegler entschwanden einer nach dem anderen in Richtung Heimat – bis sie beim nächsten Taifun-Treffen wieder in großer Zahl zusammenfinden.

Insgesamt war das Taifun-Treffen 2010 in Koblenz eine gelungene Veranstaltung mit vielen Informationen für Taifunbesitzer und Taifunpiloten und der Möglichkeit, mit Gleichgesinnten einen intensiven Austausch über den „besten Motorsegler der Welt“ zu betreiben.

 An dieser Stelle gilt noch dem Aero-Club Koblenz Dank zu sagen, denn ohne die freundliche Unterstützung wäre dieses erfolgreiche Taifun-Treffen nicht möglich gewesen! Ferner ist ein großes Lob an Henk und Manfred auszusprechen, die das Treffen wieder sauber organisiert haben – herzlichen Dank!

2008

28 Taifuns über Hassfurt - Und das bei bestem Wetter

Von Niklaus Wächter – D-KRRK

Das diesjährige Taifun-Treffen im deutschen Hassfurt war ein großer Erfolg:
Insgesamt 28 Taifuns flogen die Stätte ihrer Entstehung an. Vertreter des einstigen Herstellerbetriebes und Lokalpolitiker zeigten sich tief berührt vom Grossansturm der unvergessenen Taifuns.

Endlos zieht sich der Steigerwald südlich von Hassfurt hin. Aber wenigstens wird die Sicht an diesem Freitagabend nach dem mehr als zweistündigen Flug aus der Zentralschweiz zunehmend besser. Der blaue Himmel gewinnt langsam die Überhand. „Die D-KRRK zur Landung in Hassfurt. Haben Sie denn noch freie Abstellplätze? Frage ich zehn Kilometer vom Flugplatz entfernt vorsichtig an. „Wenn Sie eine Taifun fliegen, dann haben wir für Sie IMMER Platz“, lautet die freundliche Antwort aus dem Tower. Und später vor der Landung kurz nach 19 Uhr: „Willkommen in Hassfurt. Sie sind die Nr. 15!“.

Am Freitagabend fanden die Taifuns noch alle Platz auf dem Grasstreifen längs des Rollweges. Das änderte sich am nächsten Morgen, als noch Nachzügler einschwebten, die am Vortag entweder wegen schlechter Sicht ihren Anflug auf Hassfort abgebrochen hatten, oder wegen Unabkömmlichkeit verspätet waren. Insgesamt landeten 28 Taifuns auf dem kleinen Flugplatz Hassfurt und sorgten zeitweilig für ein kleines Chaos auf den Abstellflächen. Und nicht nur dort. Aber die ortsansässigen Flieger und der Mann im Turm behielten die Nerven und bewahrten Freundlichkeit. „Bitte achten Sie auf unausgeschlafene Taifun-Piloten“, zählte zu den spitzeren Kommentaren aus dem Tower. Und selbst die waren von einer hörbaren Sympathie gegenüber den taifunpilotierenden Besuchern gezeichnet, die aus allen Regionen Deutschlands, Holland, Belgien, der Schweiz und sogar aus Schweden zum Taifuntreffen an historischer Stätte angeflogen kamen.

Heißer Sonntag auf Burg Feuerstein
Erfahrungsaustausch war das vorherrschende Element unter den Taifun-Piloten und ihren Partnern. Bis spät in die Nächte waren die Restaurantterrasse und der Platz um das Lagerfeuer belegt von angeregt plaudernden Luftfahrern. Und die Frauen fachsimpelten wacker mit. Keine Spur von Damenprogramm – und natürlich wurden auch die Maschinen und Cockpits der anderen Mitglieder der großen Taifun-Familie ausgiebig gemustert und inspiziert. Viele Taifun-Besitzer sind mit neuen Ideen und Tipps für eine weitere Verschönerung ihrer Taifun nach Hause geflogen.

Dankbar angenommen wurden auch die Fachvorträge von Thomas Fischer, dem ersten Konstrukteur der Taifun und dem langjährigen Produktionsleiter der Valentin Flugzeugbau GmbH., Ernst Friedrich. Mit Wehmut erinnert sich der damalige Bürgermeister und heute noch amtierende Landrat Rudolf Handwerker an die aufregenden Zeiten, in denen der beste Motorsegler aller Zeiten in Hassfurt produziert wurde. Von zweitweise über 50 Mitarbeitern. Peter Limbach vermittelte Ein- und Ansichten rund um die Limbach-Motoren, bzw. zum Thema Motorkühlung und die mit einem Wohnmobil und angehängtem Musterflugzeug (statt umgekehrt!) angereiste Cornelia Korff referierte über technische Taifun-Details, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Vielbeachtet war auch das von Rainer Korff präsentierte Taifuncockpit der Zukunft: Es hat mehr Displays als Zeiger drin, aber wenigstens noch die alten Schalter…

Erlebnisreich auch der Ausflug nach Burg Feuerstein in kleinen Staffeln. Das Taifun-Geschwader bescherte dem von den örtlichen Weekend-Piloten ohnehin schon arg strapazierten Türmer einen echt heißen Sonntag. Er verschaffte sich Kühlung, in dem er schließlich mit seiner Handfunke neben die Piste stand, wie ein General im Kampfgetümmel Anweisungen und Befehle erteilte und sich vom Propellerwind der startenden Taifuns anblasen, aber nie wegblasen ließ.
Wenngleich auch das Programm des Taifun-Treffens ständig revidiert und dennoch nicht eingehalten wurde – Flieger sind von der Art her nun mal flexibel – kamen alle Besucher auf ihre Kosten. Außer jenen vielleicht, die insgeheim noch einen Ausflug in den Ort Hassfurt geplant hatten. Denn dazu fehlte vor lauter Fachsimplereien schlicht die Zeit. Die Presse war an beiden Tagen vor Ort, ebenso wie die Vertreter der einstigen Valentin-Flugzeugbau GmbH. Sie fühlten sich offensichtlich im Taifun-Geschwader ebenso wohl, wie die fliegenden Akteure.
Auch Petrus muss wohl eine Taifun fliegen. Anders ist der unglaubliche Zufall nicht zu erklären, dass das Treffen an einem der ganz seltenen fliegbaren Wochenenden bisher in diesem Jahr stattgefunden hat.

Gegen Sonntagmittag erfolgte dann die Verleihung von diversen Anerkennungspreisen.

  • Hans Haas aus Kassel (D) wurde als Halter der schönsten Maschine geehrt.
  • Henk Dumont aus Susteren (NL) als unermüdlicher „Leit-Hengst“ der Taifun-Familie

Im Anschluss an die Preisverleihung gab es noch ein Gruppenbild mit der preisgekrönten Taifun von Hans Haas und allen angereisten Crews. Kaum waren die Aufnahmen gemacht, ergriff auch schon eine unbändige Aufbruchstimmung die Taifun-Familie. Im Minutentakt hoben die ersten Taifuns von der Runway 11 ab und nahmen Kurs auf ihre Heimatplätze, während sich der Himmel langsam mit Cirruswolken überzog. Kein Wunder – schließlich war das wohl erfolgreichste Taifun-Treffen zu Ende.